Maximilian-von-Welsch-Schule
Staatliche Realschule Kronach I
 
       

 

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„Berliner Härte“ – oder einfach Pech gehabt?

Am Mittwoch, den 10. April hatten die Schüler und Schülerinnen der 8. Jahrgangsstufe zwei Unterrichtsstunden der besonderen Art. Auf eindrucksvolle Weise erzählte der 44-jährige Marco von seinem Lebens- und Leidensweg, der ihn von Berlin nach Bamberg führte. Dort lernte er Herrn Lyer kennen, der an ihn glaubte und die Chance zu einem Neuanfang gab.

Pfarrer Hans Lyer betreut seit vielen Jahren die Jugendlichen im Strafvollzug in Ebrach und unterstützt sie auf ihrem Weg in eine „normale“ Zukunft. Marco L. wuchs in Berlin in einem Kinderheim auf und geriet durch falsche Freunde und mangelnde familiäre Zuwendung auf die sogenannte „schiefe Bahn“. Gemeinsam produzierten sie über drei Jahre hinweg den Film „Berliner Härte“.

Während einer sehr emotionalen Filmdokumentation konnten die Schüler den Lebensweg von Marco an Originalplätzen in Berlin nachvollziehen. Beginnend im Kinderheim, über den Bahnhof Zoo an dem er zum Anschaffen ging, um seine Sucht zu finanzieren. Anschließend zeigte er seine verschiedenen Schlafstätten im Wald oder auf einem hochgelegenen Blumengitter, da er über lange Jahre obdachlos war. Auch ein Hausdach wurde zentrales Thema: „Weitermachen – oder aufhören?“

Marco entschied sich für „Weitermachen“ und durchlebte einen mehrwöchigen kalten Entzug. Anschließend suchte er einen neuen Platz für sich und sein neues Leben. Dafür musste er weit weg von Berlin - die alten falschen Freunde und Strukturen durften ihn nicht von seinem Plan abhalten!

Nach jahrelangen Konzentrationsstörungen und psychischen Beschwerden, ist es ihm gelungen, ein Leben ohne Drogen zu führen und seinen Platz in der Gesellschaft gefunden.

Diesen neuen Lebensmittelpunkt fand er in Bamberg, wo er jetzt als Künstler und Messmer für eine Kirche arbeitet. Besonders stolz ist er darauf, seit Jahren clean zu sein und anderen ehemaligen Drogenabhängigen aus ihrer Sucht geholfen zu haben. Außerdem steht er zu seiner Vergangenheit und möchte jeden davor warnen, sich auf falsche Freunde und ein:“ Hey, magst du mal kostenlos probieren?“, einzulassen.

Während der anschließenden Gesprächsrunde wurde deutlich:

·         Jeder von uns hat die Wahl, für alles was er tut und zu diesen Entscheidungen muss man stehen!

·         Jeder von uns hat die Wahl, den eingeschlagenen Weg zu verändern und sich neu zu orientieren!

 

Vielen Dank an Marco L. für die ehrlichen Worte und Hans Lyer für die Einblicke in seine Arbeit als Pfarrer in der Jugendvollzugsanstalt.

(D. Hecker-Kirchbach)